Die wohl charmanteste Darmreinigung zur Eigenanwendung (+ Video-Übungen)
Die Darmspülung mit gewöhnlichem Salzwasser (ayurvedisch: Shankha Prakshalana) ist deutschsprachigen Raum noch wenig bekannt – das mag sich ändern, denn die Methode ist
- einfach
- nahezu kostenfrei
- benötigt nur wenige Stunden
- wirkt verblüffend und
- ist der optimale Start für Detox- und Gesundheitskuren bzw. neue Routinen.
Sehr beliebt ist die Salzwasserspülung auch bei Entschlackungsbedarf und Verdauungsproblemen wie leichter Verstopfung – Durchfällen, klebrigem Stuhl, Blähungen, Völlegefühl und Druckgefühl im Bereich Galle/Leber).
Entschlackung, Entgiftung und Korrektur der Darmflora
Die Prozedur ist in Sachen Entgiftung ein milder Alleskönner: die relativ schnelle Komplettspülung reinigt den Darm nicht nur von Speisebrei und Kot sondern kann durch die Salzkonzentration (bzw. dem dem osmotischen Druck des Wassers ins Darm-Innere) auch dabei helfen, alte Ablagerungen und sogar Biofilme problematischer Mikroorganismen zu lösen. Weiterhin scheinen förderliche Mikroorganismen wie Milchsäurebakterien weniger empfindlich gegen hohe Salzkonzentrationen zu sein als bspw. giftige Schimmelpilze (siehe Beispiel saure Salzgurken, Miso etc.).
Unterbrechung des Rückvergiftungs-Kreislaufs
Nicht zuletzt werden durch den Salzwasser-Reiz UND die Unterstützungsübungen ein stärkerer Gallenfluss und die Entleerung der Gallenblase provoziert. Im Vergleich zur Leber-Gallenblasen-Reinigung oder dem klassischen Kaffeeeinlauf geschieht das zwar mit geringerem Nachdruck – aber immerhin gelangen mit dem abfließenden Gallensaft auch das darin enthaltende Cholesterin und die von der Leber nicht abgebauten Giftstoffe zur Ausscheidung. Letztere würden sonst im Leber-Darm Kreislauf dauerhaft zirkulieren und die Entgiftungskapazität einschränken. Das Gallensekret wirkt zusätzlich abführend und unterstützt die Spülwirkung des Salzwassers.
Anleitung zur Darmspülung mit Salzwasser
- am Morgen/Vormittag (nüchtern) 2 reichliche Teelöffel (oder ein Esslöffel) unbehandeltes Speisesalz (Steinsalz, Meersalz) in einem knappen Liter körperwarmen Wasser (900ml bis 1L) auflösen
- Das Salzwasser in vier Portionen (je ein Glas) zügig trinken
- Nach jedem Glas die 5 Unterstützungsübungen je acht Mal (bzw. acht Mal pro Seite bei den Übungen 2 bis 5) in angenehm-ruhigem Tempo durchführen
- Nach den durchfallartigen Ausscheidungen Ruhe gönnen, bspw. mit dem Meditationsübungen der Detox-Sammlung
- Im weiteren Tagesverlauf reichlich reines Wasser nachtrinken, insb. bei auffälligem Durstgefühl (falls Teile der Salzlösung resorbiert wurden)
- Erste Nahrungsaufnahme erst bei tatsächlichem Hunger mit starkem Appetit UND Magenknurren bzw. Speichelfluss nach den Regeln des Fastenbrechens mit Darm schonender Nahrung (lektinarm, allergenfrei, Slow carb) …siehe Detox-Film Begleitheft oder Kurzprotokoll von Zahra Bergmann)
Die Unterstützungsübungen zur Darmreinigung
Jeweils 8 mal (pro Seite) nach dem Trinken jedes Glases
Hinweis zur Vereinfachung: Wer an große Flüssigkeitsmengen gewöhnt ist und kein Problem mit dem Salzgeschmack hat, kann auch die Menge auch in einem Durchgang trinken und die länge bzw. Wiederholungen der Einzelübungen anpassen. Es ist relativ gut spürbar, wenn das Salzwasser den Magen verlässt.
- Langstrecken
Bei dieser Übung kommt es darauf an, den Körper möglichst lang zu strecken. Bedeutung für die Darmspülung: öffnet den Übergang von Magen zum Dünndarm - Wiegende Palme
Gleiche Grundübung wie oben, nur diesmal mit sanften Bewegungen des Rumpfes nach rechts und links bei möglichst ruhendem Becken. Bedeutung für die Darmspülung: erleichterter Durchfluss durch Dünndarm-Windungen - Rumpfdrehen (Katichakrasana)
Diese Übung bringt eine weitere Bewegungsachse ein. Bedeutung für die Darmspülung: wie vorherige Übung, ergänzt die Lockerung des Bauchbereiches und den Druck zum Weiterfluss des Wassers - Windende Kobra
Kombination von Rücken schonender Bachstreckung mit seitlicher Rotation. Bedeutung für die Darmspülung: öffnet die „Schleuse” von Dünn- zu Dickdarm - Hüft-Twist kniend
Unterstützt die Darmkontraktion allg. und damit auch die Lösung alter Ablagerungen. Weitere Bedeutung für die Darmspülung: erleichtert die Dickdarmpassage bis zum Enddarm zur Ausscheidung.
Ich wünsche gutes Gelingen mit der Methode und freue mich wie immer auf Deine Meinung und Erfahrungen
Stefan
Vielen Dank für den interessanten Beitrag.
Ich kenne den „Shank“ allerdings mit einem obligatorischen Kichari mit reichlich Ghee oder Kokosöl.
Mir wurde gesagt, dass die Mahlzeit notwendig sei, damit der Darm keinen Schaden nimmt und sich regenerieren kann.
Gibt es einen konkreten Grund, warum ihr anders verfahrt? Das würde mich sehr interessieren.
Vielen Dank!
Hallo Nora,
vielen Dank für deine Frage. Ich möchte den Artikel später gern mit weiteren Empfehlungen ergänzen. Bis dahin hier einige Gründe, warum das klassische Dhal-Gericht nach der kleinen Darmreinigung nicht unbedingt nötig ist:
1. Unterschied zwischen „kleinem“ und „großem“ Shank Prakshalana:
Beim großen Verfahren wird der Darm intensiv mit Salzwasser gespült und anschließend mit Ghee und Reis „geschützt“, da die Schleimhaut stark beansprucht wird. Die hier beschriebene, sanfte Variante ist deutlich verträglicher – und viele Menschen berichten, dass sie sich danach wohlfühlen, ohne eine fetthaltige Nachspeise zu benötigen. Möglicherweise ist gerade die vorübergehende Entlastung von Fett und Stärke Teil des heilsamen Effekts.
2. Verdaulichkeit von Reis und Linsen heute:
Geschälte Linsen enthalten Lektine und sind für viele – besonders bei empfindlichem Darm oder niedriger Magensäure – schwer verdaulich. Auch die Kombination aus Stärke (Reis) und Fett (Ghee/Kokosöl) kann bei manchen zu Blähungen oder Unwohlsein führen. Zwar verbessert mehrfaches Waschen die Verträglichkeit, doch eine echte Lösung ist das nicht.
3. Bessere Alternativen zur Darmregeneration:
Wer das Gefühl hat, der Darm braucht etwas „Schleimiges“ zum Schutz, kann stattdessen lang gekochten Reisschleim (sehr weich, leicht gesalzen) probieren – er ist deutlich schonender. Noch besser geeignet sind lösliche Ballaststoffe wie Flohsamenschalen oder Pektin in Wasser oder Kräutertee (z. B. Kamille). Studien zeigen, dass selbst Kleie bei Verdauungsproblemen oft schlechter wirkt als Placebo.
In traditionellen Küchen mag Dhal eine milde Option sein – besonders im Vergleich zu scharfen Curries, viel Zucker oder Fisch. Aber aus heutiger Sicht ist es kein ideales Regenerationsmittel.
Für alle, die das Rezept dennoch ausprobieren möchten: Auf meiner Ernährungsseite gibt es ein kostenloses PDF mit veganen ayurvedischen Rezepten: www.stefankutter.de/topform-start-paket/
Meine Empfehlung bleibt: Nach der Spülung ruhig auf „Comfort Food“ verzichten, auf das Bauchgefühl hören und das Fasten mit leichter, getreidefreier Nahrung beenden – das hilft den meisten Menschen mehr als ein klassisches Dhal.
Danke nochmal für die gute Frage!
lg
stefan
Vielen Dank für deine schnelle und ausführliche Antwort, lieber Stefan!
Ich werde eure Version bei Gelegenheit ausprobieren (ich bin nämlich auch kein Fan dieses Gerichts). Bin gespannt 🙂
Hye.
Ich hab heute zum ersten Mal darüber gelesen, ausprobiert und es hat ziemlich schnell geklappt.
Wie oft in der Woche darf man diese Spülung durchführen?
Anju (weiblich)
Hallo Anju,
vielen Dank für die Nachricht und Erfolgsmeldung, ich hoffe die Wirkung ist wie erwartet.
Ich würde von einer gelegentlichen Nutzung als sicher ausgehen. Letztlich ist Dein Bauchgefühl entscheidend – Hydro-Colon-Therapien werden auch anfangs mitunter mehrfach pro Woche durchgeführt. Auch von Einläufen werden einige regelrecht süchtig – aber die Spülungen sind auch eine Belastung. Ich würde deshalb maximal alle zwei Wochen anwenden, eher viertel- oder halbjährlich bzw. bei Bedarf wegen schlechter Verdauung. Es ist eher ein Auftakt zu einer gesünderen Lebensweise oder Detox-Kur.
Wichtiger als die Häufigkeit ist die Pflege des Erfolgs: Verzicht auf Industriezucker und übermäßige Fruktose, Allergene und Übermaß im Allgemeinen – stattdessen leichte, prebiotische Ernährung (lösliche Ballaststoffe), reichlich Flüssigkeit, milchsauer Fermentiertes (wenn verträglich) oder Bakterienpräparate zur Ergänzung, sowie Entspannung.
lg
Hallo Stefan
Vielen Dank, ich hab’s ausprobiert und es hat bestens funktioniert. Eine Frage: Ist es sinnvoll, Salzwasser-Spülung gleich mehrmals, z. B. 3 Tage hintereinander, zu machen? Oder wäre das zu viel des Guten?
Besten Dank,
Guido
Hallo Guido, freut mich! Dass es angenehm genug war, dass du es gleich mehrfach machen willst – letztlich sollte dein Körpergefühl entscheiden, ob das wirklich helfen kann.
Ich glaube, wie oben angedeutet, dass es sinnvoller ist, die Darmschleimhaut und -flora erstmal „in Ruhe“ zu lassen, damit sie sich regenerieren kann (Fasten, Tee, Pektin- & Flohsamenschalen-Drinks) und mit leichter und probiotischer Ernährung aufzupäppeln.
Zusätzlich kann die Meditationsübung zur Hydration helfen bei der Ausscheidung – bei mir wirkt das, als hätte ich Kassia fistula genommen: http://lebendig-projekt.stefankutter.de/musik-und-visualisierung-fuer-entspannung-reinigung-und-selbstheilung-alpha-brainwave/
lg
Hallo Stefan, besten Dank für die rasche Antwort!
Hallo, ich hätte da auch eine Frage: Wie schnell hintereinander sollen die vier Gläser getrunken werden? Über den Vormittag verteilt oder kurz hintereinander? Danke schon mal für die Antwort.
lg
Hallo Ute,
bisher habe ich keine Empfehlung oder Erfahrung mitbekommen, die Wartezeiten empfiehlt – der englische Name „flush“ deutet schon darauf hin, dass hier ein eher zügiger Spülungseffekt erwünscht ist. Die Aufteilung auf vier Gläser ist eine traditionelle asiatische Empfehlung; die Gläser werden vor jedem (weiteren) Übungsdurchgang getrunken – ohne Zwang, aber eben auch ohne Wartezeit.
lg
Hallo Stefan,
finde die Methode interessant und werde sie später ausprobieren. Mich interessiert, wie du dich in Sri Lanka ernährt hast. Ich bin zur Zeit dort und habe Schwierigkeiten, passendes zu finden. Über Ideen und Hinweise würde ich mich freuen.
Herzliche Grüße
Christiane
Hallo Christiane,
ich habe mich als erstes auf die jungen Kokosnüsse gestürzt. Ansonsten das Obst genossen. Jackfrucht war mein Favorit.
Nach 2 Wochen war mir die Kokos-Frucht-Kombination allerdings überdrüssig und ich habe mich der traditionellen Curry-Küche zugewandt: mehr Gemüse und Gewürze. Heute würde ich darauf achten, gleich von Anfang an mehr (vorfermentiertes) Grünzeug zu bekommen und deutlich weniger Kohlenhydrate aus Bananen, Kokoswasser, Reis und Hülsenfrüchten zu konsumieren.
lg
s
Darf man diese Methode auch anwenden wenn man einen großen Gallenstein hat?
lg Sonja
Hallo, ich habe heute morgen um 11h nüchtern begonnen, alles nach Angabe getrunken und die Übungen gemacht – bisher ohne Erfolg 🙁 Seltsam – oder? Normalerweise ist mein Toilettengang nach dem Frühstück obligatorisch… Bis jetzt, 19:45, nur leichtes Bauchgrummeln.
LG Archeus