Traumatherapie: tief sitzende Stressmuster lösen

Gopal Norbert Klein arbeitet als Traumatherapeut und Heilpraktiker für Psychotherapie. Er weckt das Bewusstsein für das Auflösungspotential der Traumatherapie und entsprechender Übungen im Zusammenhang mit verbreiteten Leiden wie Beziehungsprobleme, Allergien, Süchte, Stress, Krankheiten, Depression, Panikattacken, und sogar erhöhter Unfallneigung. Er gibt in diesem Filmprojekt-Interview einen Überblick über die wichtigsten Traumaformen und warum es lohnenswert sein kann, sich darüber zu informieren.
Vollinterview Traumatherapie:
gratis Download HD …auch im Filmset enthalten
Über Gopal
Aufgrund seiner eigenen jahrzehntelangen Suche nach Heilung im Bereich Psychotherapie und Spiritualität hat er einen integralen Blick auf beide Richtungen. Er ist u.a. ausgebildet in TRE®, Energetic Breathing®, Tibetan Pulsing und geistigem Heilen. Gopal ist europaweit tätig mit Vorträgen und Veranstaltungen, um sein Wissen und seine Erfahrungen weiterzugeben.
Gopal hat in den Kommentaren unter anderem seine Literaturempfehlungen für den Start mit der Traumatherapie in Eigenregie geteilt
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Aus der Inhaltsübersicht:
01:00 Einführung Trauma-Therapie und Stresspegel.
02:45 Persönlicher Lebensweg/Hintergrund Norbert Klein
03:48 Im Kern: unserem Körper geht es um Sicherheit. Unsicherheitsprogramm führt zu Allergien, schwachem Immunsystem, Beziehungsproblemen, Depressionen, Übergewicht, verhindert die Entgiftung und Selbstheilung.
06:22 Definition Trauma. Relevant nicht nur für akut traumatisierte Personen. Wirkungsweise Trauma(-Reaktionen) im Körper (Physiologie). Prägung in den ersten 3 Lebensjahren.
11:35 Relevante Trauma-Formen: Schock-Trauma & Entwicklungs-Trauma
18:31 Drei menschliche Zustände
1. Sicherheit: Wohlfühl-Verhalten, Kontakt,
2. Aktivierung: Kampf oder Flucht,
3. Shut Down/Ohnmacht
22:00 typische Probleme, Entspannung/Lösung zu finden.
26:07 Lösung/Ansatz liegt beim Thema Sicherheit auf der Ebene Hirnstamm und autonomes Nervensystem zu schaffen.
1. Methode der aktiven, bewussten Orientierung.
2. Bewusste Bewegung für den Körper, um Starre/Ohnmacht zu vermeiden.
3. Sozialer Austausch, Kontakt, Beziehungen.
32:12 Heilung durch Arbeiten mit dem Körper & Körperwahrnehmung, z.B. durch TRE-Methode (Tension and Trauma Releasing Exercice).
35:46 Erkennen von Krisen und Auswege
48:18 Grenzen von Methoden wie z.B. Mediation & spirituelle Konzepte
53:25 Fähigkeit zu echten Kontakt.
59:34 wie Gesellschaftliche Systeme bspw. Bindungs-Traumata verursachen. Isolation, Erziehung & Schule als Verursacher / Verstärker von Traumata und darauf basierende Programmierung
01:02:36 Tipps um mit z.B. akuten Ängsten, Panikattacken, Ohnmacht und bzw. Shut-Down-Situationen umzugehen.
💬 Frühere Leserkommentare
Elise:
Hallo Stefan, danke für das Interview – ich kann das nur bestätigen. Ich habe das Protokoll von Zahra und auch die Schwefelkur von Dr. Probst gemacht, aber selbst diese Maßnahmen haben erst gewirkt, als ich mich mit Traumatherapie beschäftigt habe – in meinem Fall Brainspotting und NARM.
Lieben Gruß
Rolf Fischer:
Es geht viel einfacher noch: Wenn du seelischen Schmerz fühlst, achte auf die körperlichen Phänomene des Schmerzes. Wie genau fühlt es sich an? Wo genau fühlst du es? Sitzt es hoch oder tief? Pulsiert es? Breitet es sich aus? – Was auch immer: beobachte den Körper und nicht den Film im Kopf mit Bild und Ton.
Du wirst erleben, dass dieser Schmerz nicht wieder kommt. Und wenn du weiter so machst, wird aller Schmerz vorbei sein.
Gopal:
Für diese Form von Arbeit mit sich selbst benötigt das Nervensystem eine Grundstabilität, die am Anfang oft noch nicht vorhanden ist.
Es gibt keine Heilung von tiefen Traumata alleine mit sich selbst, nur im Bindungskontext und externer Regulation. Wenn es für dich möglich ist, so zu arbeiten, dann bedeutet es, dass du gottseidank „nur“ zu einem begrenzten Maß von Trauma betroffen bist/warst.
Trotzdem kann man natürlich alleine beginnen, sich auf den Weg zu machen und loszulegen. Allerdings muss das genau in die entgegengesetzte Richtung gehen: So viel sozialen Austausch wie möglich, sich den Menschen (wieder) zuwenden. So viel körperliche Aktivität wie möglich – insbesondere Joggen, Kraftsport, Kampfsport, Tanzen, Singen – und auch das möglichst mit anderen zusammen. All das dient zur Stabilisierung. Alles, was einem wirklich guttut, nicht das, was in Richtung Isolation, Erstarrung oder Hochfahren des Stresspegels geht.
Dazu sich das entsprechende Wissen aneignen: Das beste Buch dazu ist „Entwicklungstrauma heilen“ von Laurence Heller. Und evtl. noch hilfreich: Wie man Therapeuten prüft:
https://www.traumaheilung.net/Fragen-an-den-Therapeuten.mp3
Grüße, Gopal
Andrea Kappler:
Lieben Dank für dieses Interview. Ich selbst bin diesen Weg gegangen als Traumatisierte – dabei hat mein Körper sich anfangs immer wieder selbst befreit, und ich kann alles bestätigen, was gesagt wurde. Heute begleite ich andere Menschen auf diesem Weg und habe dabei zu den beschriebenen Methoden der Körperarbeit die Arbeit mit der inneren Familie entwickelt. Dabei können die Betroffenen immer mehr unterscheiden zwischen Trauma und den inneren Erwachsenen, in die Verantwortung nehmen, dass sie (beide) dafür sorgen lernen, dem System Sicherheit zu geben und zu helfen, immer mehr im Körper zu sein und zu bleiben, bis dann schließlich das Ankommen vollzogen ist und der Umgang mit Gefühlen, Beziehungen, dem Körper ganz neu erlebt werden darf. Und das weiß ich noch von mir damals: Es war, als würde ich alles zum ersten Mal erleben… Sehr schön. Danke nochmals!
Carola:
Hallo Stefan, dieses Video von Gopal Norbert Klein ist mit Abstand das beste, das ich zur Traumaverarbeitung gehört habe. Es erklärt mir sehr genau, wieso und warum wir diese Probleme in unserer Familie haben. Auch was in mir selber los ist und wieso ich zittere. Jetzt kann ich es als Heilung ansehen, da ich die psychischen Gründe dafür kenne. Ich habe mir ein sehr gutes Netzwerk geschaffen, das mich auf liebevolle und professionelle Weise unterstützt. Ich spüre, dass dies ein guter Weg für mich ist. Doch mit diesem Video kann ich meinen Kontext nochmal verändern. Es ist sehr aufschlussreich für mich.
Danke dafür.
Carola
Carina:
Lieber Stefan,
sooooo ein wichtiges Kernthema … keine Worte können beschreiben, was du mit diesem Interview ans „Heilungspotential-Licht“ geholt hast – größtmögliches DANKE*DANKE*DANKE dafür!
Wie wunderbar, dass du dein SEIN so in den „Dienst“ der Menschlein stellst.
Danke für’s Teilen & Verbinden … und … ich bin sicher, mit jedem deiner Schritte heilt auch dein Menschlein-System step by step 🙂
Herzliche Umarmung auf diesem Wege für dich, lieber Stefan,
Carina
Marion:
Ich habe mich schon sehr viel mit Trauerarbeit beschäftigt, aber das ist ein ganz genialer und für mich logischer Ansatz. Gopal macht gleich von Anfang für mich den Eindruck authentisch zu sein. Er wirkt geheilt, wenn man das so sagen kann.
Vielen Dank, Stefan, für dieses Interview!!
Elisabeth von Busch:
Lieber Gopal,
sehr schön das Interview mit Dir! Danke! Auch Dir, Stefan! Arbeite auch im Traumabereich mit SE und EMDR (das sprichst Du nicht an???). Habe viel mit Körperarbeit bei mir gemacht vor 20/30 Jahren – manches war gut … manchmal gingen die Deckel hoch, und die Therapeuten wussten leider noch nichts über Trauma … Welche Übungen machst Du? Kannst Du das nochmal angeben?
Herzlich,
Nutan Elisabeth v. Busch
Gopal:
Liebe Elisabeth,
zu deinen Fragen könnte man alleine ein ganzes Video machen 🙂 Ich versuche es kurz:
Ich arbeite mit TRE, daher brauche ich kein SE. Beides zielt letztlich auf das Gleiche ab, setzt aber anders an. Der Vorteil von TRE ist, dass man es auch alleine machen kann. Beides ist reine Schocktrauma-Arbeit – der Bindungs- und Beziehungskontext fehlt. Es ist also nur eine Hälfte der Arbeit, da es letztlich immer um Entwicklungstrauma geht. Meine Sicht der Dinge ist, dass Schocktrauma immer eine Reinszenierung von Bindungstrauma ist, auch wenn es bewusst und von der Ratio oft nicht so aussieht.
EMDR habe ich auch in der Liste auf meiner Homepage als hilfreiches Verfahren, jedoch habe ich bisher von meinen Klienten nur negatives bis katastrophales mit dieser Methode gehört. So wie es mir berichtet wurde, hört es sich für mich aber eher nach inadequater Anwendung durch den Therapeuten an. Z. B.: Jemand kommt völlig instabil ohne Ressourcen und bekommt eine EMDR-Sitzung – und wundert sich dann, dass er mit Überflutung und Übererregung aus der Sitzung geht. Oder jemandem wird gesagt: „Ihre Reaktionen entsprechen nicht dem Manual – bitte suchen Sie sich einen anderen Therapeuten.“
Ich arbeite nie und nimmer nach irgendwelchen vorgegebenen Manuals, stattdessen lasse ich alles spontan aus dem Moment entstehen.
TRE ist das Verfahren, was für die meisten Menschen praktisch sofortige Erleichterung bringt – so gut wie immer bereits in der allerersten Sitzung. TRE zusammen mit Bindungsarbeit ist aus meiner Sicht das, was hilft. Der NARM-Ansatz von Laurence Heller (Buch „Entwicklungstrauma heilen“) bietet in nie dagewesener Form einen integralen Ansatz zur Heilung der Menschen. Hier werden die neurophysiologischen Vorgänge bei Trauma mit dem Beziehungskontext verbunden – und das Ganze sogar mit einem Typen-Modell, das man als Landkarte verwenden kann. Auch wird der vermeintliche Lösungsweg beschrieben, Trauma über Spiritualität zu heilen.
Grüße, Gopal
Sylvia:
Verstehe nicht wirklich, warum Norbert die TRE-Übungen nicht online zeigt. Na ja, seine Sache. Hab sie gefunden auf einem englischsprachigen Video. Man braucht weder ein Buch noch sonst was dazu. Das ist ja das Schöne. Bin begeistert von der Methode. Herzlichen Dank, Stefan und Norbert. Hab gestern und heute schon die Übungen gemacht. Ist jetzt in meinem täglichen Programm.
Es ist ja Quatsch, dass Menschen mit Traumata die ersten Male unter Anleitung machen sollten. Wir sind schließlich ALLE traumatisiert. Was soll da schon passieren? Wenn es zu schlimm wird: Beine ausstrecken – und gut ist.
Gopal:
Es kann bei unsachgemäßer Anwendung zur Überflutung oder Freeze-Zuständen kommen, bis hin zu Flashbacks oder psychotischen Zuständen. Ich habe fast jeden Tag damit zu tun. Nur weil es für dich sicher ist, heißt das nicht, dass es für andere ohne Begleitung sicher ist. Es gibt Menschen, die beim Hören eines bestimmten Wortes oder bei einer bestimmten Körperposition sofort einen Flashback bekommen.
Daher: immer mit einem ausgebildeten Provider beginnen. Niemals ohne Ausbildung die Übungsreihe weitergeben!
Grüße, Gopal
Mariettalucia:
Kann da dem Herrn Klein nur zustimmen.
Hab einige Sitzungen wegen einer persönlichen traumatischen Geschichte bei einem Therapeuten getätigt, der Regressionsarbeit macht. Trauma und Trauma ist nicht immer gleich, und manche Traumata liegen tief verborgen in unseren inneren Schutzhöhlen. Wenn sie dann nach außen geholt werden, ist das oftmals nicht einfach, danach mit diesen „freigelassenen“ Bewusstseinsaspekten umgehen zu können.
Deshalb war und bin ich auch kein Freund von Hypnosetherapie, da unter Hypnose oftmals die Traumata zu massiv emporkommen und die Seele mit der Fülle an Emotionen gar nicht gut umgehen kann. Das kann in den gegenteiligen Effekt rutschen …..
Bin selbst in Klientenarbeit (klinischer Bereich) involviert und weiß um entstehende Problematiken.
Bonnie:
Danke, einfach nur danke. Das war meine tiefste und wirkungsvollste Erkenntnis/Information.
Danke.
Rotraut:
Wunderbar, das trifft genau ins Schwarze, kam zur richtigen Zeit und liefert mir entscheidende Anhaltspunkte dafür, wo es für mich demnächst weitergehen wird/soll … Danke vielmals für diese authentischen Einblicke – wie gut, dass es Menschen wie Dich, Norbert, gibt, die diese Problematik so ungeheuer anschaulich & nachvollziehbar darstellen können!!!
Hatte viele Aha-Momente während des Zuhörens/Zuschauens, in denen mich mein Körper wissen ließ, dass das Gesagte absolut der Wahrheit entspricht.
Von Herzen Dank auch an Dich, Stefan, für Dein Engagement in Sachen „(Selbst-)Heilung“ und „Ganz- bzw. Heilwerden“! Höchst interessant auch der Hinweis, die Anregung, eine Verbindung des Gesagten zu den Normen und Leistungsansprüchen unserer Gesellschaft herzustellen – daraus ergeben sich ja noch ganz andere Dimensionen des Themas „Traumatisierung“ …
Sooooooo hilfreich!
Gopal:
Wenn du sofort losgehen und aktiv deine Heilung gestalten möchtest, lies am besten diese Bücher in der angegebenen Reihenfolge. Damit erhältst du das notwendige Wissen und die Orientierung für dich selbst und kannst daraus ableiten, was zu tun ist:
• „Körperübungen für die Traumaheilung“, David Berceli (Herausgeber NIBA e.V.)
• „Entwicklungstrauma heilen“, Laurence Heller, Aline LaPierre
• „Die Polyvagaltheorie und die Suche nach Sicherheit“, Stephen W. Porges
• „Verkörperter Schrecken“, Bessel van der Kolk
• „Sprache ohne Worte“, Peter A. Levine
Marlen:
Euch beiden herzlichen Dank für das informative Video. Das Wissen entspricht meiner inneren Weisheit und meinen gewonnenen Erkenntnissen auf der Suche nach Ursachen und dem Heilwerden ganz allgemein.
D a n k e !
Judith:
Lieber Gopal,
danke für das tolle Video. Ich beschäftige mich schon länger mit dem Thema, und das hat mir wieder neue Erkenntnisse eröffnet. Wie ist das gemeint, wenn du schreibst: „TRE zusammen mit Bindungsarbeit“ …?
Was konkret meinst du mit Bindungsarbeit? Und kann ich beides auch selbst für mich tun?
Ich möchte gern aus diesen Panik- und Angstzuständen endgültig mal rauskommen. Und meine Verlustangst heilen.
Herzlichste Grüße
Judith
Elisabeth:
Bin auch einigermaßen geflasht!!!
Weiß gar nicht, was ich denken oder fühlen soll – das Video hat mich im tiefsten Inneren berührt.
Vielen herzlichen Dank!!!
Barbara Loth:
Vielen Dank für die Aufklärung und Bereicherung. Jetzt weiß ich auch, warum jahrelange Psychotherapien nicht den gewünschten Erfolg brachten.
Ich habe zuerst „Sprache ohne Worte“ gelesen. Ich hoffe, es ist nicht schlimm. Ich möchte gern TRE versuchen. Finde keinen Provider in meiner Nähe und traue mich nicht allein. Was nun?
Alles Liebe
Barbara
Susana:
Vielen Dank für dieses Interview. Mich hat das sehr berührt, und ich werde einige Bücher der empfohlenen jetzt lesen. Psychotherapie in Kombi mit Ergotherapie hilft mir schon, aber megaviel auflösen tut es nicht. Mit Psychokinesiologie nach Dr. Klinghardt und Familienstellen habe ich sehr viel erreicht – Traumata aufgedeckt und aufgelöst etc. Das hat mein Leben sehr positiv geändert. Bin gespannt, wohin mich dieses hier hinführen wird.